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Dual Sourcing: die Strategie

Dual Sourcing bedeutet, dieselbe Komponente oder denselben Rohstoff bei zwei Lieferanten statt bei einem einzigen zu beziehen. Ziel ist nicht, den Einkauf zu verkomplizieren, sondern die Beschaffung abzusichern: Fällt ein Lieferant aus — Ausfall, Preiserhöhung, Qualitätsproblem, geografisches Risiko —, übernimmt der zweite. Es ist eine Versicherung gegen die Abhängigkeit von einem einzelnen Ausfallpunkt.

Wie jede Versicherung hat sie einen Preis — und lohnt sich dort, wo der mögliche Schaden ihn übersteigt.

Was Dual Sourcing bringt

Die Strategie bietet drei Hauptvorteile. Sie senkt das Ausfallrisiko bei Wegfall eines Lieferanten. Sie gleicht das kommerzielle Kräfteverhältnis aus, indem sie die totale Abhängigkeit von einem einzigen Partner vermeidet. Und sie liefert eine laufende Vergleichsbasis für Preis, Qualität und Service. Im Gegenzug verlangt sie, zwei Lieferanten zu qualifizieren und zu betreuen, und teilt die Mengen — also mitunter einen geringeren Skaleneffekt.

Es ist also kein Universalrezept, sondern eine Abwägung. Die eigentliche Frage lautet nicht «ein oder zwei Lieferanten?» im Absoluten, sondern «bei welchen Artikeln rechtfertigt das vermiedene Risiko die Kosten eines zweiten Lieferanten?». Bei einer kritischen Komponente ohne schnelle Alternative zahlt sich der Mehraufwand leicht aus; bei einem gängigen, überall verfügbaren Artikel bringt er nichts.

Wann im KMU einsetzen

Dual Sourcing rechtfertigt sich vor allem bei kritischen Artikeln: jenen, deren Ausfall Produktion oder Lieferung stoppen würde. Für diese Positionen ist die Sicherheit ihren Preis wert. Für banale, anderswo leicht auffindbare Artikel kann ein gut geführter Einzellieferant genügen. Zu entscheiden, wo doppeln und wo nicht, gehört zur Entscheidungsebene des Two-Layer-Modells: eine im Voraus getroffene Risikoabwägung, die der Einkauf anschliessend konsequent anwendet.

Der häufige Fehler

Der häufigste Fehler ist zu glauben, es genüge, zwei Lieferanten gelistet zu haben. Hat der zweite nie wirklich für Sie produziert, ist nicht qualifiziert oder kann nicht rasch hochfahren, ist Dual Sourcing nur eine Sicherheitsillusion. Ein zweiter Lieferant schützt nur, wenn er aktiv gepflegt wird — regelmässige Bestellungen, geprüfte Qualität, bestätigte Kapazität. Der andere Fallstrick ist, aus Vorsicht das ganze Sortiment zu doppeln, was die Kräfte zersplittert und die Kosten erhöht, ohne das eigentliche Risiko zu treffen.

Hilfreich ist deshalb, das Sortiment bewusst aufzuteilen: die wenigen kritischen Artikel, die zwei Quellen verdienen, und die vielen, die ein gut geführter Einzellieferant zuverlässig bedient. So bleibt der Aufwand dort, wo er Wirkung hat. Dual Sourcing ist kein Selbstzweck, sondern eine gezielte Absicherung — stark, wenn sie das richtige Risiko trifft, verschwenderisch, wenn sie überall angewandt wird.

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Häufige Fragen

Was ist Dual Sourcing?

Das Beziehen desselben Artikels bei zwei Lieferanten statt bei einem einzigen, um die Beschaffung abzusichern.

Welche Vorteile hat Dual Sourcing?

Es senkt das Ausfallrisiko, gleicht das kommerzielle Kräfteverhältnis aus und bietet eine laufende Vergleichsbasis für Preis, Qualität und Service.

Muss man alle Lieferanten doppeln?

Nein. Dual Sourcing rechtfertigt sich vor allem bei kritischen Artikeln, deren Ausfall Produktion oder Lieferung stoppen würde, nicht für das ganze Sortiment.

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