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Bestellpunkt und optimale Bestellmenge

Der Bestellpunkt ist der Bestandsstand, ab dem eine Nachbestellung ausgelöst werden muss. Er beantwortet die Frage «wann bestellen?», während die optimale Bestellmenge «wie viel bestellen?» beantwortet. Zusammen bilden diese beiden Begriffe die Grundlage einer gesunden Bestandsführung: weder zu früh noch zu spät, weder zu viel noch zu wenig bestellen. Richtig eingestellt, vermeiden sie sowohl Fehlbestände als auch unnötige Anhäufung.

Der Bestellpunkt: wann nachbestellen

Das Prinzip ist einfach: Während man auf eine Lieferung wartet, sinkt der Bestand weiter im Takt der Nachfrage. Der Bestellpunkt entspricht daher der Menge, die nötig ist, um die Nachfrage während der Lieferzeit zu decken, zuzüglich des Sicherheitsbestands, der die Schwankungen auffängt. Kurz: Bestellpunkt = Nachfrage während der Lieferzeit + Sicherheitsbestand. Sobald der Bestand auf diese Schwelle fällt, löst man eine Bestellung aus, und sie trifft ein, bevor der Bestand auf null sinkt.

Die optimale Bestellmenge: wie viel bestellen

Die optimale Bestellmenge, formalisiert durch die Andler- oder Wilson-Formel, sucht den besten Kompromiss zwischen zwei gegenläufigen Kosten. Häufig in kleinen Mengen zu bestellen vervielfacht die Bestellkosten (Bearbeitung, Transport, Wareneingang). Selten in grossen Mengen zu bestellen bläht die Lagerhaltungskosten (Kapitalbindung, Lagerung, Veralterung). Die optimale Bestellmenge ist der Punkt, an dem die Summe dieser beiden Kosten am tiefsten ist. Wesentlich ist nicht die Formel selbst, sondern ihre Intuition: Es gibt eine Bestellgrösse, die die Gesamtkosten minimiert, und «nach Gefühl» zu bestellen weicht davon fast immer ab.

Wann im KMU nutzen

Diese beiden Grössen werden nützlich, sobald ein KMU Artikel mit regelmässiger Nachfrage und wiederkehrender Nachbestellung führt. Sie verwandeln eine intuitive Einkaufsentscheidung in eine einfache, wiederholbare Regel, die die Teams anwenden, ohne jedes Mal neu zu rechnen. Das ist die Ausführungsebene des Two-Layer-Modells: Ist die Servicepolitik oben entschieden, sind Bestellpunkt und optimale Bestellmenge die konkreten Einstellungen, die sie im Alltag lebendig machen.

Der häufige Fehler

Der verbreitetste Fehler ist, den Bestellpunkt ohne Rücksicht auf die reale Lieferzeit und ihre Schwankung festzulegen: Man löst dann zu spät aus, und der Fehlbestand setzt sich fest. Der andere Fallstrick betrifft die optimale Bestellmenge: sie blind auf Artikel mit sehr unregelmässiger Nachfrage oder auf Verderbliches anzuwenden, obwohl sie eine relativ stabile Nachfrage voraussetzt. Diese Werkzeuge sind Ausgangspunkte, die man an den Kontext anpasst, keine absoluten Wahrheiten.

Nützlich ist auch, beide Grössen zusammen zu betrachten statt einzeln: Der Bestellpunkt sagt, wann zu handeln ist, die Bestellmenge, in welchem Umfang. Getrennt optimiert, geraten sie leicht in Widerspruch — etwa ein knapper Bestellpunkt mit einer riesigen Bestellmenge. Gemeinsam eingestellt, ergeben sie eine kohärente, ruhige Nachschubregel.

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Häufige Fragen

Was ist der Bestellpunkt?

Es ist der Bestandsstand, ab dem eine Nachbestellung ausgelöst wird: die Nachfrage während der Lieferzeit zuzüglich des Sicherheitsbestands.

Was ist die optimale Bestellmenge (Andler-/Wilson-Formel)?

Es ist die Bestellgrösse, die die Gesamtkosten minimiert, indem sie Bestellkosten (häufig bestellen) und Lagerhaltungskosten (viel bestellen) ausgleicht.

Passen diese Formeln zu jedem Artikel?

Nein. Sie setzen eine relativ regelmässige Nachfrage voraus; bei sehr unregelmässigen oder verderblichen Artikeln dienen sie als anzupassender Richtwert, nicht als starre Regel.

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